Für (Mit-)Arbeiter: Beitrag leisten und wirksam sein

malik_wenn_grenzen_keine_sindWie gerne wäre man als Mitarbeiter doch wirksam mit seiner Arbeit… Das gilt auch für viele Führungskräfte. Quasi ein mündiger Beitragsleister zur Organisation als Ganzes. Warum ist das manchmal so schwer oder gar unmöglich? Schließlich wird doch Effektivität und Effizienz stets eingefordert. Von Selbstmanagement des Einzelnen und Selbstorganisation des Ganzen ist da andererseits die Rede.

Das scheint aber nicht zu reichen, denn es gibt noch das Denken in den Köpfen der auf Erhalt der Machtstruktur ausgerichteten Vorgesetzten. Und es ist ja kein Geheimnis: Veraltete Führungs- und Organisationsmethoden taugen bestenfalls zum Verwalten des noch Bestehenden – solange es das noch gibt. Auf keinen Fall aber für ein Vorbereitetsein auf das, was in der Zukunft kommen mag und zählt. Es dient eben gerade nicht als Basis zum berühmten „Change“ der Organisation.

Das System wird zum Gegner des Konstruktiven und Zukunftsgerichteten. Und Regeln sind dazu da, dass man sie einhält. Wozu sind sie sonst auch da? Die „Verwalter“ achten also auf die Regeln und dass sie eingehalten werden. Sonst drohen Repressalien. Am besten droht man schon mal präventiv. Macht und Kontrolle von Menschen anstatt Vertrauen in Menschen, Bewußtseinsentwicklung bei Mitarbeitern und Verantwortungsübernahme des Einzelnen. Operative Hektik statt Innehalten und Nachdenken darüber, was das Richtige wäre (= Effektivität). Bezogen auf die Führer: Verkrampfung aus Angst und Unverständnis (weil Unkenntnis?), statt einem Loslassen verbunden mit etwas Gelassenheit. Mehr noch statt dessen: Mit ihrer mechanistischen Managementdenke glauben diese „Verwalter“ tatsächlich, sie könnten heutzutage ein komplexes System wie eine Organisation in einer zunehmend beschleunigten und komplexeren Umwelt präzise steuern und genau kontrollieren – durch ein Verwalten der Verwaltung anstatt die Konzentration auf die Kunden, das Kerngeschäft mit ihrer Wertschöpfung und den notwendigen Service und Support dazu. Die Folge ist der Tod von Kreativität, Ideen und Innovation, Demotiviation, Menschen wird nichts zugetraut und sie werden klein gehalten. Viel besser wäre die methodische Suche und Identifikation von Talenten bei den vorhandenen Mitarbeitern, das Fördern und Fordern von Menschen durch anspruchsvolle Aufgaben, um sie mit ihrer Leistung und ihren Stärken für den Organisationszweck gezielt einzusetzen.

Einer der aus viel Erfahrung heraus ein Buch schreiben kann ist Fredmund Malik. Und in seinem neuen, laut eigener Aussage bislang persönlichsten Buch „Wenn Grenzen keine sind“ verbindet er Management mit Bergsteigen, spricht falsche Ansätze, Modelle und Moden in der Management-Lehre an und zeigt einen richtigen Weg auf. Dabei helfen die Analogien, manch Abstraktes besser zu verstehen und zu erfühlen, auch wenn man kein Bergsteiger ist. Bereits ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt: Wenn die Menschen das wenige Wichtige wüssten und verstanden hätten, dann wären sie und die Welt um sie herum schon deutlich weiter. Und somit auch die Organisationen. Die Hoffnung, die bleibt: Nach seinem berühmten „Führen, Leisten, Leben“-Buch werden die Inhalte von möglichst vielen Menschen gelesen, verstanden, rekapituliert, verinnerlicht, gelebt und somit durch ihr eigenes Handeln wirksam. Hoffen, Glauben, Wissen eben. Und der Weg dorthin geht nur durch lernen: lesen, verstehen, verknüpfen und erkennen. Change. Just do it! Und: Yes you can!